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10.04.2017

Neue Kooperation zwischen dem „Musée Les Mineurs Wendel“ in Petite-Rosselle und dem Institut für Landeskunde im Saarland

Ab 29. April 2017: Erweiterte Ausstellung „Moselle-Saar – die Kohle als Beginn Europas?“ im „Musée Les Mineurs Wendel“


Am Samstag, den 29. April 2017, eröffnet das „Musée Les Mineurs Wendel“ in Petite-Rosselle die um zahlreiche Aspekte und Exponate erweiterte Sonderausstellung „Moselle-Saar – die Kohle als Beginn Europas?“, die sich mit der wechselhaften Geschichte des Saarlandes und der Region Moselle sowie mit der besonderen Rolle der Kohle in den deutsch-französischen Beziehungen beschäftigt. Die zweisprachige Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Landeskunde im Saarland konzipiert und richtet sich unter anderem auch an Schulklassen aus dem deutsch-französischen Grenzraum. Im Zuge der Ausstellungserweiterung sind vielfältige Objekte, darunter wertvolle Einzelstücke, in die Schau integriert worden. Neu sind außerdem großformatige Collagen mit Fotos zur deutsch-französischen Bergbaugeschichte und zur Gegenwart und Zukunft der Region.

Das Saarland und die Region Moselle haben mehrere Jahrhunderte lang dieselben Kohlevorkommen abgebaut, die sich unter diesen beiden Territorien befanden. Doch bevor die Kohle ein verbindendes Element wurde, das am Ursprung der 1952 gegründeten Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl stand, stellte sie zunächst ein geopolitisches Streitobjekt dar, um das auch bei den Kriegen gekämpft wurde, die Europa zwischen dem Ende des 18. und der Mitte des 20. Jahrhunderts erschütterten.

Die Ausstellung „Moselle-Saar – die Kohle als Beginn Europas?“, die im Mai 2015 erstmals als Sonderausstellung eröffnet wurde, zeichnet die verschiedenen territorialen Angliederungen des Saarlandes und der Region Moselle und den Abbau der saarländisch-lothringischen Kohle zwischen dem Ende des 18. und der Mitte des 20. Jahrhunderts nach. Sie zeigt, dass die saarländisch-lothringische Kohle die Konflikte zwischen den Ländern mitbestimmte, aber auch den Austausch von technischem Wissen zwischen Frankreich und Deutschland sowie die Beziehungen zwischen Handwerk, Kultur, Institutionen beider Länder beförderte. Auch die sozialen und sprachlichen Beziehungen hat die Kohle beeinflusst und so auf ihre Weise zur Entstehung einer gemeinsamen Geschichte beigetragen. Die Ausstellung stellt außerdem dar, wie die wechselvolle Geschichte das Leben der Bergleute und ihrer Familien geprägt hat.

Ab dem 29. April 2017 ist die Ausstellung nun in einer erweiterten Form im „Musée Les Mineurs Wendel“ zu sehen. Die Erweiterung der Ausstellung wurde von Laetitia Gigault, Musée Les Mineurs Wendel, in Zusammenarbeit mit Delf Slotta, Direktor des Instituts für Landeskunde im Saarland (IfLiS), konzipiert. Mit dem IfLiS hat das Museum bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte umgesetzt, so z.B. verschiedene Fotoworkshops und Fotoausstellungen zum Thema Bergbau.

Ergänzt wurden zahlreiche Objekte aus dem Leben der Bergarbeiterfamilien, darunter wertvolle Einzelstücke, die Delf Slotta der Ausstellung zur Verfügung gestellt hat. Zu sehen sind unter anderem Grubenlampen aus den verschiedenen Epochen des Bergbaus, prunkvolle Bergmannsgläser, Barbara-Statuen sowie originelle Alltagsgegenstände wie etwa Spielzeug oder Schallplatten.

Die neu eröffnete Ausstellung schlägt mit großformatigen Fotocollagen den Bogen von der Geschichte zur Gegenwart: Fotos aus der Moselle und dem Saarland zeigen in vielen Facetten die Geschichte des Bergbaus in der Region – wären sie nicht unterschiedlich farbig markiert, wüsste man oft nicht, welches Foto aus Frankreich stammt und welches aus Deutschland. So zeigen diese Bilder einmal mehr die Gemeinsamkeiten der Bergbaugeschichte in Moselle-Saar. Die zweite Collage zeigt Gegenwart und Zukunft der grenzüberschreitenden Region Moselle-Saar in Fotos aus dem Hier und Jetzt.